NEW AG darf Strombezug drosseln

Die Energiewende und ihre unbedachten FrĂŒchte.

Bei drohenden AusfĂ€llen – etwa durch zu viele gleichzeitig betriebene WĂ€rmepumpen – sollen die Netzbetreiber den Energiebezug von E-Autos drosseln dĂŒrfen. Preis­anreize sollen verhindern, dass es so weit kommt.

Das Problem ist technischer Natur – und hat weitreichende Folgen: Die lokalen Stromnetze in Deutschland sind fĂŒr Massen von Elektroautos und WĂ€rmepumpen noch nicht ausgelegt – deswegen sollen Netzbetreiber den Strombezug vorĂŒbergehend drosseln dĂŒrfen, um StromausfĂ€lle zu verhindern. Das bedeutet fĂŒr Verbraucher zum Beispiel: Das Laden eines E-Autos dauert lĂ€nger.

Sind die Stromkunden mit einem „alten StromzĂ€hler“ von der geplanten Stromdrosselung verschont, da diese nicht wie die Smart Meter fern ausgelesen und gesteuert werden können?

Ein am Freitag vorgestelltes neues Konzept der Bundesnetzagentur sieht aber auch vor: Verbraucher sollen ĂŒber sogenannte variable Netzentgelte die Möglichkeit bekommen, Geld zu sparen.

Siehe auch: Smart Meter: Neue ZĂ€hler – kommt die Strom-Rationierung durch die HintertĂŒr?

Hoher Energiebedarf Der Stromverbrauch in Deutschland wird in den kommenden Jahren deutlich steigen, wie schon heute abzusehen ist. Denn im Verkehrssektor sollen Millionen von Elektroautos dazu beitragen, dass Klimaziele erreicht werden. In HĂ€usern sollen Millionen WĂ€rmepumpen eingebaut werden – im Zuge der WĂ€rmewende, die durch das Heizungsgesetz seit Monaten in den Schlagzeilen steht.

Der Haken: Sogenannte steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie private Ladeeinrichtungen fĂŒr E-Autos und WĂ€rmepumpen aber haben eine höhere Leistung als die meisten der normalen HaushaltsgerĂ€te, wie Klaus MĂŒller, PrĂ€sident der Bundesnetzagentur, sagte. Sie brĂ€uchten zudem oftmals stĂ€rker gleichzeitig Strom. Darauf aber sei der grĂ¶ĂŸere Teil der Niederspannungsnetze aktuell noch nicht ausgelegt.

Überarbeitete Regeln Die Bundesnetzagentur kann nach einer Neufassung des Energiewirtschaftsgesetzes Regelungen zur „netzorientierten Steuerung“ treffen, wie es dort heißt. Die Behörde hatte dazu im vergangenen Herbst ein Eckpunkte-Papier veröffentlicht, das von VerbĂ€nden teils massiv kritisiert worden war â€“ VerbĂ€nde befĂŒrchteten „Komforteinbußen“ etwa beim Laden von E-Autos.

MĂŒller stellte nun einen ĂŒberarbeiteten Entwurf vor, zu dem sich VerbĂ€nde Ă€ußern können. Bis Herbst will die Behörde definitiv entscheiden, welche Vorgaben es von 2024 an gibt. „Wenn wir nicht handeln, dann droht ein Szenario, dass WĂ€rmepumpen und Ladeeinrichtungen fĂŒr E-Autos womöglich nur verzögert angeschlossen werden können oder sogar hĂ€ufiger pauschal abgeschaltet werden mĂŒssen, um NetzstabilitĂ€t zu gewĂ€hrleisten“, sagte MĂŒller. Denkbar wĂ€re das zum Beispiel, wenn viele Menschen mit E-Autos werktags zu einer bestimmten Zeit nach Hause kommen und das Auto laden wollen.

NetzĂŒberlastung verhindern â€“ aber wie? Die Bundesnetzagentur bleibt bei ihrer Grundlinie: Netzbetreiber dĂŒrfen den Anschluss neuer Anlagen kĂŒnftig nicht mehr mit Verweis auf eine mögliche lokale Überlastung ihres Netzes ablehnen oder verzögern. Im Gegenzug soll der Netzbetreiber, wenn eine akute Bedrohung oder Überlastung des Netzes droht, den Strombezug von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen temporĂ€r dimmen, sagte MĂŒller â€“ und betonte: „Nur dimmen.“ Es gehe also nicht um vollstĂ€ndige Abschaltungen. „Wir gehen davon aus, dass Eingriffe des Netzbetreibers die zwingende Ausnahme bleiben“, sagte MĂŒller.

Ganzen Artikel lesen: http://rp-epaper.s4p-iapps.com/artikel/1182537/27174101

Related Images:

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darĂŒber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.