Der Weg von Mülfort über den grünen Berg bis zur Kamphausener Höhe und weiter.
Der Vicus Mülfort war eine zivile römische Siedlung im nördlichen Bereich von Odenkirchen, in der Mitte des 1. Jahrhunderts entstanden ist und 274 n. Chr von den Franken vollständig zerstört wurde. Bedeutung hatte die Siedlung durch ihre Rast- und Pferdewechselstation und durch die Überquerungsmöglichkeit der Niers, die sich ungefähr in der Höhe der heutigen Niersbrücke in Mülfort befand.
Das Gebiet der Niers war sumpfig und für Pferd und Wagen nicht geeignet. Um vom römischen Lager Novaesium (Neuss) in das Gebiet der Maas (u.a. Roermond, Maastricht und Tongern) zu gelangen, musste die Niers überquert werden. Dies war in Mülfort (Furt durch den Mülgau) durch größere Sandablagerungen möglich.
Die Bewohner im Vicus Mülfort profitierten von der Überquerung der Niers, den Truppenbewegungen und dem Handel zwischen dem Rhein- und Maasgebiet. Der Lehm- und Tonreichtum des Ortes führte zur Herstellung und Handel von Ziegeln und Tongegenständen.
Die Straße von Neuss ins Maasgebiet wurde circa 20. v. Chr. gebaut. Sie führte hinter der Niersfurt über Geistenbeck, Hockstein, Rheindahlen, Beek und Arsbeck ins Maasgebiet. Eine weitere Straße führte von Mülfort in Richtung Köln. Sie führte über Jüchen, Grevenbroich, Stommeln und Pulheim und erstreckte sich vermutlich von Mülfort über den „grünen Berg“, oberhalb der Mülgaustr. bis zur Kamphausener Höhe. Dies belegen einige Funde. Leider wurde vieles zerstört und konnte archäologisch nicht erfasst werden. Ein anderer Weg Richtung Köln führte wahrscheinlich durch den Hohlweg des Galgenbergs.
Wir wollen uns nun auf die vermutlich alte Römerstraße von Mülfort in Richtung Odenkirchen begeben und schauen, was rechts und links des Weges passiert und heute noch zu sehen ist.

