PFAS-Belastung in Giesenkirchen

Grundwasser: So ist der Stand bei der PFAS-Belastung in Teilen von Giesenkirchen

Betroffenes Gebiet wird Schritt für Schritt näher eingegrenzt. Monitoring und Fachgutachten sollen weitere Schritte aufzeigen.

  • Warum sind Teile des Grundwassers in Giesenkirchen mit per- und polyfluorierten Schadstoffen (PFAS; auch PFC genannt) belastet?
  • Wie groß genau ist das belastete Gebiet – die sogenannte Schadstofffahne?
  • Welche Maßnahmen sind gegebenenfalls erforderlich, um das Grundwasser zu sanieren?
  • Und wann können Anwohnende das Grundwasser wieder nutzen?
Was ist PFAS:

PFAS stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. 

Da sie oder ihre Abbauprodukte in der Umwelt sehr persistent sind, werden sie auch Ewigkeitschemikalien genannt.

Diesen Fragen geht die Stadtverwaltung nach, seit sie in Teilen Giesenkirchens eine erhöhte PFAS-Konzentration festgestellt und die Nutzung des Grundwassers in einem festgelegten Bereich im Mai 2022 untersagt hat.

Nun hat die Verwaltung der Politik die bisherigen Fortschritte vorgestellt und den weiteren Weg aufgezeigt.

Wie genau kann der betroffene Bereich bereits eingegrenzt werden?

Im Sinne des Vorsorgeprinzips hatte der Fachbereich Umwelt zunächst einen eher weiträumigen Untersuchungsbereich festgelegt, der sich von An der Waldesruh über Stähn, Puffkohlen in Richtung Ruckes erstreckt. Innerhalb dieses Gebiets wird jetzt der tatsächlich betroffene Bereich – die sogenannte Schadstofffahne – näher eingegrenzt.

Nach aktuellen Erkenntnissen hat sich eine mindestens 1,5 km lange und bis zu 400 Meter breite Schadstofffahne ausgebildet. Gewonnen wurden diese Erkenntnisse mithilfe von Proben zahlreicher Grundwassermessstellen, darunter elf neu gebaute. Weitere Messstellen sind geplant, um die Schadstofffahne noch genauer und rechtssicher eingrenzen zu können.

Wie hoch ist die Belastung und was wird dagegen getan?

Der Grad der Belastung variiert stark innerhalb der Schadstofffahne. Ein Schwerpunkt der Belastung liegt im Bereich der Zoppenbroicher Straße. Hier werden die zulässigen Werte der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung um das Fünffache überschritten. Noch höher sind die Werte im Bereich des Friedensplatzes, wo die Messwerte die Vorgaben um das Elffache überschreiten. Als Sofortmaßnahme hat die Stadt eine Grundwasserreinigungsanlage am Friedensplatz wieder ertüchtigt. Die Anlage wurde vor Jahren aufgrund eines anderen Grundwasserschadens gebaut und wird nun wieder genutzt. Ob und wie genau die PFAS-Belastung durch eine größer angelegte Grundwassersanierung vermindert werden kann und muss, lässt sich erst sagen, wenn die Schadstofffahne genau abgegrenzt ist und der Grund für die Belastung eindeutig ermittelt wurde.

Warum gibt es die PFAS-Belastung?

Das ist Teil der laufenden Untersuchungen. Bisher konnten vier Verdachtspunkte identifiziert werden, an denen infolge industrieller Produktionsprozesse oder durch Brandlösch-Substanzen möglicherweise PFAS ins Grundwasser eingetragen worden sein könnte. Ob es weitere mögliche Quellen gibt und wo die Belastung tatsächlich herrührt, soll im Rahmen der weitergehenden und immer engmaschigeren Messungen abschließend geklärt werden.

Wie geht es weiter?

Mithilfe der zusätzlich geplanten Messstellen wird an dann mehr als 60 Stellen im betroffenen Bereich die aktuelle Belastung in einem Monitoring noch gebietsschärfer erfasst und ausgewertet. Ziel ist es, einerseits mögliche Veränderungen innerhalb der Fahne festzustellen, die Eintragsquellen zu ermitteln und andererseits den oder die sogenannten „Störer“ zu identifizieren. Dazu wird die Verwaltung auch eine fachgutachterliche Begleitung beauftragen. Ein Abschlussbericht wird für Anfang 2025 erwartet. Ziel ist es, nach Identifizierung der Quelle, den Schadstoffeintrag – insofern er weiterhin stattfindet – zu beenden und mindestens die Spitzenbelastungen zu sanieren. Durch die genauen Datenanalysen wird sich auch zeigen, in welchen Gebieten das Grundwasser wieder genutzt werden kann.

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