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Kommunalen W├Ąrmeplanung: ├ľffentlichkeit ist gefragt

M├╝lfort-Dohr Rheydt
Bl├╝cherstra├če 6, 41061 M├Ânchengladbach Karte

Infoveranstaltung am 04.07.2024 in der Zentralbibliothek und Online-Beteiligung bis 18.7.2024

Seit Januar gilt das Bundesgesetz, das die Kommunen zur Aufstellung eines W├Ąrmeplans f├╝r ihr Stadtgebiet verpflichtet. Knapp ein halbes Jahr sp├Ąter legt M├Ânchengladbach als eine der ersten Kommunen einen Entwurf vor und startet in die ├ľffentlichkeitsbeteiligung.

Dass es so schnell ging, hat einen Grund. Bereits lange vor dem W├Ąrmeplanungsgesetz (WPG) hat sich die Stadt auf den Weg gemacht, in einem Energiekonzept die konzeptionellen Grundlagen f├╝r die W├Ąrme- und Stromwende in M├Ânchengladbach zu schaffen. Hierzu fand w├Ąhrend der Analysephase eine enge Abstimmung mit der NEW AG statt. Im Oktober soll der Rat dieses Energiekonzept beschlie├čen ÔÇô und die kommunale W├Ąrmeplanung als einen Teil davon gleich mit.

Der Entwurf der kommunalen W├Ąrmeplanung ist ab sofort unter www.stadt.mg/waerme ver├Âffentlicht.

Bereits seit einiger Zeit gibt die Stadt hier Antworten auf h├Ąufige Fragen und verlinkt auf weiterf├╝hrende Informationen. Vom 14. Juni bis zum 18. Juli sind die sogenannten Tr├Ąger ├Âffentlicher Belange, also Institutionen und Beh├Ârden, aufgerufen, zu dem Entwurf der kommunalen W├Ąrmeplanung Stellung zu nehmen. Auch B├╝rgerinnen und B├╝rger sind in diesem Zeitraum gefragt. F├╝r sie wird es zudem eine Informationsveranstaltung im Wandelsaal der Zentralbibliothek geben (Bl├╝cherstra├če 6 in 41061 M├Ânchengladbach).

Stattfinden wird die Veranstaltung am 4. Juli von 18.30 bis 20.30 Uhr. Aufgrund der begrenzten Kapazit├Ąten ist eine vorherige Anmeldung unter der E-Mail-Adresse waermeplan@moenchengladbach.de bis zum 27. Juni erforderlich.

ÔÇ×Uns war es wichtig, neben der formalen Beteiligung in einen pers├Ânlichen Austausch mit den B├╝rgerinnen und B├╝rgern zu kommen. Ich bin sicher, dass sich so wertvolles Feedback gewinnen und bereits jetzt die ein oder andere Frage beantworten l├ĄsstÔÇť, sagt Oberb├╝rgermeister Felix Heinrichs. So wie Heinrichs wird auch die Technische Beigeordnete Claudia Schwan-Schmitz die kommunale W├Ąrmeplanung zusammen mit den zust├Ąndigen Fachkolleginnen und dem beauftragten B├╝ro vorstellen. ÔÇ×M├Ânchengladbach geh├Ârt zu den Kommunen, die bei der W├Ąrmeplanung bereits besonders weit fortgeschritten sind. So schaffen wir fr├╝hzeitig die notwendigen strategischen Grundlagen f├╝r unser eigenes Verwaltungshandeln, aber auch f├╝r die individuellen Entscheidungen von Immobilieneigent├╝mernÔÇť, so Schwan-Schmitz. ┬á Geb├Ąude sanieren und Umweltw├Ąrme nutzen.

Wie sehr es zum Gelingen der W├Ąrmewende auf die Immobilieneigent├╝merinnen und -eigent├╝mer ankommen wird, zeigen die Analysedaten aus dem Konzept. 70 Prozent der Geb├Ąude in M├Ânchengladbach wurden vor 1978 errichtet, als die erste W├Ąrmeschutzverordnung in Kraft trat. Geb├Ąude dieses Alters, die noch nicht energetisch saniert wurden, weisen ein besonders hohes Potenzial f├╝r Energieeinsparungen auf. Die W├Ąrmeplanung zeigt, dass es vor allem darauf ankommen wird, durch energetische Geb├Ąudesanierungen und weitere Ma├čnahmen den Energieverbrauch zu senken, um den verbleibenden Bedarf anschlie├čend ├╝ber erneuerbare Energien decken zu k├Ânnen.

Doch woher soll die umweltfreundliche Energie f├╝r die W├Ąrme zuk├╝nftig kommen?

Derzeit werden noch 97 Prozent der W├Ąrme in M├Ânchengladbach ├╝ber fossile Energietr├Ąger erzeugt, allen voran Erdgas. (65 %). Entsprechend gro├č ist hier das Potenzial, den COÔéé-Aussto├č zu senken. Der zuk├╝nftige Schwerpunkt der W├Ąrmeversorgung wird deshalb darauf liegen, Umweltw├Ąrme zu nutzen, etwa aus der Luft oder dem Erdreich. Dazu wird auch Strom ben├Âtigt. In der W├Ąrmeplanung wird deshalb das Potenzial f├╝r Windkraftanlagen und Photovoltaik betrachtet. Auch Biomasse wird als Br├╝ckentechnologie eine Rolle spielen. Wasserstoff hingegen wird als Energietr├Ąger f├╝r Privathaushalte voraussichtlich zu teuer sein und kann deshalb vor allem f├╝r industrielle Abnehmer relevant werden. Auch der Aufbau von W├Ąrmenetzen kann entscheidend zum Gelingen einer zuk├╝nftigen nachhaltigen Energieversorgung in M├Ânchengladbach beitragen. Laut aktuellem W├Ąrmeplan kommt ein solcher Netzanschluss f├╝r etwa 13 Prozent der M├Ânchengladbacher Geb├Ąude infrage. Die Kerngebiete f├╝r m├Âgliche zuk├╝nftige W├Ąrmenetze liegen in den Innenstadtbereichen von Gladbach und Rheydt sowie im Ortskern von Rheindahlen. Daneben sind punktuell kleinere Erweiterungen oder Nahw├Ąrmel├Âsungen in einzelnen Quartieren mit hohem W├Ąrmebedarf vorstellbar. F├╝r den Gro├čteil der Geb├Ąude m├╝ssen hingegen dezentrale L├Âsungen am eigenen Geb├Ąude gefunden werden, etwa eine W├Ąrmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage.

W├Ąrmeplanung ist Grundlage f├╝r Geb├Ąudeenergiegesetz.

Am 13. Juni hat der Ausschuss f├╝r Umwelt und Mobilit├Ąt beschlossen, den Entwurf der kommunalen W├Ąrmeplanung im Internet zu ver├Âffentlichen und eine Beteiligung der ├ľffentlichkeit durchzuf├╝hren. Der Entwurf unterteilt das M├Ânchengladbacher Stadtgebiet in voraussichtliche W├Ąrmeversorgungsgebiete, entwickelt ein Zielszenario f├╝r das Jahr 2045 und skizziert eine Umsetzungsstrategie. Nach Ende der laufenden Beteiligungsfrist erfolgt die Abw├Ągung der betroffenen Belange unter Ber├╝cksichtigung der eingegangenen Einwendungen und Stellungnahmen. Der W├Ąrmeplan soll dann ÔÇô voraussichtlich im Oktober ÔÇô als ein Teil des gesamtst├Ądtischen Energiekonzepts beschlossen werden. M├Ânchengladbach geh├Ârt damit zu den Vorreiterkommunen in Sachen W├Ąrmeplanung.

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