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Der Staat macht Wohnen teuer

Mietblock

In Deutschland fehlen 1,4 Millionen Wohnungen – und der Staat ist der Haupttreiber des Problems

Deutschland hat kein Erkenntnisproblem. Es hat ein politisches Versagensproblem. Laut aktuellen Berechnungen fehlen rund 1,4 Millionen Wohnungen. Gleichzeitig wird seit Jahren so getan, als liege die Ursache primär bei Investoren, Spekulanten oder angeblich zu geringen Baukapazitäten. Das ist Ausweichrhetorik. Der zentrale Grund ist banal: Der Staat hat das Bauen systematisch verteuert.

Heute können sich nicht einmal mehr Gutverdiener ein neu gebautes Eigenheim leisten. Das ist kein Marktversagen, sondern politisch erzeugt. Wer baut, baut nicht gegen Materialkosten oder Löhne, sondern gegen ein Dickicht aus Vorschriften, Normen und Auflagen.

Allein die energetischen Anforderungen haben die Baukosten seit dem Jahr 2000 um 15 bis 20 Prozent erhöht. Das ist kein Randaspekt, sondern ein massiver Kostentreiber. Diese Anforderungen werden politisch als alternativlos verkauft, obwohl ihr realer Nutzen in keinem Verhältnis zu den Kosten steht. Der CO₂-Einspareffekt einzelner Standards ist marginal, die Preiswirkung brutal. Am Ende entstehen Wohnungen, die „klimatisch vorbildlich“ sind – aber niemand mehr bezahlen kann.

Noch gravierender ist die Regelungsflut.

Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der relevanten Normen und Vorschriften im Bauwesen vervielfacht. Seriöse Schätzungen sprechen von über 20.000 geltenden Regeln. Ein Großteil davon ist nicht sicherheitsrelevant, sondern Ausdruck regulatorischer Selbstbeschäftigung. Jede einzelne Norm mag für sich genommen harmlos wirken. In Summe treiben sie die Kosten laut Experten um weitere 10 bis 15 Prozent nach oben.

Das Ergebnis ist absehbar: Projekte werden kleiner, später oder gar nicht gebaut. Private Bauherren steigen aus. Mittelständische Bauträger geben auf. Übrig bleiben Großinvestoren, die nur noch im hochpreisigen Segment bauen – weil sich alles andere nicht rechnet. Der Mangel wird dadurch nicht behoben, sondern zementiert.

Besonders absurd ist dabei der historische Vergleich. In den 1990er- und 2000er-Jahren wurden in Deutschland massenhaft gute, langlebige, sichere und funktionale Häuser und Wohnungen gebaut. Ohne explodierende Energievorschriften. Ohne Normenwucher, ohne politische Mikromanagementfantasien. Diese Gebäude stehen heute noch. Sie sind weder lebensgefährlich noch unbewohnbar noch klimapolitische Katastrophen.

Die Schlussfolgerung ist unbequem, aber logisch: Ein Großteil der Bau-Regulierungen der letzten 30 Jahre ist überflüssig. Sie sollte ersatzlos gestrichen werden. Nicht reformiert, nicht „vereinfacht“, nicht durch neue Regelwerke ersetzt – gestrichen. Sicherheit, ja. Statik, ja. Brandschutz, ja. Alles andere gehört auf den Prüfstand oder in den Papierkorb.

Solange Politiker glauben, gesellschaftliche Ziele über das Baurecht bis ins letzte Detail erzwingen zu müssen, wird sich am Wohnungsmangel nichts ändern. Förderprogramme sind dabei nur ein Feigenblatt. Sie kompensieren einen kleinen Teil der staatlich verursachten Kostenexplosion – mit Steuergeld. Effizient ist das nicht, ehrlich auch nicht.

Die FDP benennt dieses Problem klar und konsequent.

Echte Deregulierung, echte Vereinfachung und echte Kostensenkung. Die FDP positioniert sich glaubwürdig als solche Deregulierungspartei.

Wir müssen akzeptieren, dass weniger Staat hier nicht unmoralisch, sondern notwendig ist. Genau daran scheitert es seit Jahren.

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